Personel

GEFÜHLSCHAOS BALI

BALI – ohne dich überhaupt jemals persönlich kennengelernt zu haben, verbinde ich schon jetzt so viel mit dir. Du ziehst mich in deinen Bann und machst mir dann wieder so viel Angst. Ich fühle mich merkwürdig verbunden mit dir, möchte dich schon so lange kennenlernen, habe für dich gekämpft und sträube mich zeitgleich dich endlich zu treffen, du machst mir Kummer und Hoffnung, ich freue mich auf dich und verstecke mich vor dir. Zwischen all den Geschehnissen, Erinnerungen und Pläne die ich mit dir verbinde, bin ich mir so unsicher und dann wieder so klar in dem Glauben, zu dir zu gehören. Kurz, nicht für immer, aber irgendwie doch so stark. Kampf, Wunsch, Überwindung, Verlust und Freiheit. Schlussendlich buche ich mein Flugticket um und springe.

Erst ein bisschen überfordert mit meinen Gefühlen, Erwartungen und Wünschen. Bin angespannt, verdränge, lasse nicht zu und nicht los. Ich will alles und davon zu viel. Kann nicht realisieren oder begreifen. Weil anfänglich alles ein wenig überrollt. Genieße ich dich jetzt so plötzlich in vollen Zügen. Befreie mich spätestens im Taxi. Meine Tränen der Traurigkeit, Erleichterung und Freude laufen mir über meine Wangen während ich dabei lächelnd aus dem Fenster gucke und es doch noch immer nicht ganz fassen kann. Ich bin gesprungen und es fühlt sich so unendlich richtig an.

Wie es vielleicht am Ende einer Beziehung und des Jahres ist kommt so ein Bedürfnis nach Abschluss, zu Ende denken, zu Ende fühlen, und das hab ich sowieso die ganze Zeit und immer wieder wieder mit allem, aber jetzt, bevor ich nach Bali reise und besonders in den ersten Tagen sehr sehr stark. Ich fühle gerade so unglaublich viel, bin hin und her gerissen mit mir, meinem Vorhaben, meinen Gedanken, Gefühlen, Taten, Wünschen und meinem Sein. Will mich freimachen, von Gemeinsamkeiten und Verbundenheiten, die nicht mehr existieren wollten, will mich nicht beeinflussen lassen. Denke gerade so viel, probiere viel aus, rede endlich über so vieles, öffne mich, traue mich und bin gleichzeitig so zerstreut, unruhig, finde mich nicht, um mich dann doch wieder so sehr zu fühlen. Angst, Unsicherheit, Selbstzweifel, Sehnsucht. Eins dieser Gedankenwesen, das sich immer wieder in meinem Kopf dreht ist loslassen und sich freimachen.

Frei machen vom Verlangen nach Kontrolle, loslösen von Gedanken, Plänen und Vorstellungen, von denen ich eigentlich dachte, dass sie der einzige Weg für mich seien, teilweise unabdingbar für mein Leben wären. Ich nunmal genau so bin. Stimmt vielleicht gar nicht. Woher soll ich denn wissen, wer ich bin, wenn ich nicht verschiedene Wege ausprobiert habe? Die Vorstellung loslassen, mich selbst immer verstehen zu müssen, das was ich denke, mache und fühle nachvollziehen und erklären zu wollen. Kann ich nicht. Davon, was ich tue, ständig rechtfertigen zu müssen, vor anderen und mir selbst. Tut nicht gut. Sich loslösen davon, immer einen Plan zu haben, der mein Handeln formt und eine gerade Linie meines Charakters im Alltag abbildet. Ändert sich sowieso regelmäßig. Loslassen vom Ideal, dass Zwischenmenschliche Beziehungen, so wie sie mal waren, für immer genau so bleiben – tun sie nicht. Akzeptieren, dass Menschen sich genauso ändern wie alles um uns herum. UND das ist vollkommen ok! Fühle so sehr das Bedürfnis mich loszulösen davon, mein Verhalten, Handlungen und meine Entscheidungen nach Dingen wie Besitz, Anerkennung auszurichten. Oberflächlich. Fühle mich in meinem Zuhause gerade so überladen, überfordert und eingeengt. Brauch das Loslassen so sehr. Loslassen von Menschen und Teilen von mir selbst, die nicht mehr passen. Die die nicht mehr bleiben konnten, bleiben wollen und deren bleiben nicht weiter gut tut, die zurückhalten, bremsen, nicht verstehen wollen und verkomplizieren und eben nicht mehr Verbundenheit bedeuten.

 

If we never tried, we would never know… What’s possible

 

Am Abend kriegen wir dann den grandiosesten Sonnenuntergang überhaupt, liegen zwanzig Minuten einfach nur da und gucken, staunen, genießen. Schießen ungefähr tausend Fotos, weils einfach so verrückt ist. Irgendwie bin ich plötzlich so ruhig, so tiefenentspannt wie lange nicht mehr. Keine Ahnung was mit mir passiert, aber in Bali fällt alles von mir ab, ich bin nicht mehr eine Minute gestresst, es ist kaum zu glauben. Und auch wenn mit dem loslassen ein bisschen Vertrautes und Gewünschtes geht, kommt Raum für Neues. Neue Dinge, anderes Denken, das möglich wird und gerade so gut ist. Du bist mein Beginn vom frei machen und loslassen, weil ich mich bei dir loslösen kann. Loslösen vom Festhalten an dem was war, ist, und sein könnte. Mein Zulassen von Dingen die sind. Meine Überwindung, mein Loslassen. Mir geht es so unheimlich gut, bin so unbeschwert, losgelöst und glücklich wie lange nicht. Jeder Moment wird aufgesaugt. Du bist so bunt, dankbar, spirituell, aber so unfassbar beruhigend – alles riecht nach Blumen und Freude und Freiheit. Ich wusste, dass mir diese Insel gefallen wird, aber dass ich so hin und weg bin, mich hier so schon fast ja zuhause fühle, hat mich selbst überrascht. Dein Vibe ist einfach ganz speziell und es ist schwer in Worte zu fassen. Hier genießt jeder das Leben in vollen Zügen und versprüht entspannte Laune. Ich laufe den ganzen Tag nur in Flipflops und Shorts, ohne Make-up mit zersauselten Haaren und Bikini, rum. No bra, no stress. Mache mir so wenig einen Kopf, bin so entspannt und fühle mich so unfassbar gut in meinem Vorhaben. So befreit und locker. Mache mir hier bei dir so wenig Gedanken ums warum und wie, mehr ums das. Lösen und lassen, in diesen Worten schwingt was schönes mit, was befreiendes. Ja, Bali, du bist etwas ganz besonderes. Diese Reise war die beste Entscheidung seit langem. Genau das, was ich jetzt gerade gebraucht habe. Dich halte ich fest, in meinen Erinnerungen und in meiner Haut. Create your own reality.

Sincerely, xoxo.

No Comments
Previous Post
13. April 2019
Next Post
13. April 2019

No Comments

Leave a Reply

Related Posts