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MENTAL HEALTH | MEDITATION

Ich bin jemand, die ständig on fire ist, meine Gedanken kreisen wie ein Wirbelwind durch meinen Kopf und ich rede oft schneller als ich den Satz im Kopf beenden könnte. Ich gehöre zu der Art Mensch die gestresst vom nichts tun ist.

Bei der Meditation geht es nicht um den Versuch, irgendwo hinzugelangen. Es geht vielmehr darum, dass wir uns selbst erlauben, genau dort zu sein, wo wir sind, und genau so zu sein, wie wir sind. Und das auch der Welt zu erlauben, genau so zu sein, wie sie in diesem Augenblick ist.

Jon Karat-Zinn

Bis vor zwei Jahren hielt ich meditieren für das ungefähr Langweiligste, was man sich in seiner Freizeit antun kann. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das beruhigen soll. Die Vorstellung  still und ruhig auf der Matte zu sitzen, klang für mich alles andere als entspannend. Ich war mir sicher, dass kann ich nicht und etwas nicht durchzuhalten, ist für mich mindestens genauso schlimm. Aber Meditation hat nichts mit Esoterik zu tun! Meditation versprüht wahnsinnig viele positive Auswirkungen auf die Seele und unsere Gefühle. Ich war es gewöhnt meine Gedanken überall herumschwirren zu haben und unkonzentriert zu sein. Seitdem ich regelmäßig meditiere, bin ich konzentriert, entspannt, fokussiert und beginne zu verstehen, was in meinem Kopf los ist. Was mir dann an besonders ruhelosen Tagen hilft, sind geführte Meditationen.

WARUM MEDITIEREN?

» Pausen sind wertvoll
Ich nehme mir wenige Pausen und wenn ich sie nehme, dann nicht bewusst. Ich checke Mails während des Mittagessens oder scrolle durch mein Handy. Seit ich meditiere, nehme ich mir viel achtsamer Pausen, nur für mich. Diese kleinen Pausen im Alltag, geben mir Kraft und Ruhe Aufgaben bedacht und fokussiert anzugehen.

» Akzeptieren und Loslassen
Geduld ist nicht gerade meine Stärke. Durch Meditation lerne ich den Moment auszukosten und zu akzeptieren. Dinge akzeptieren, die nicht perfekt sind, Gedanken loslassen, die mich aufhalten und die ich gerade nicht ändern kann. Dass auf eine Aktion auch nicht immer gleich eine Reaktion folgen muss. Zwischen beiden Momenten besteht eine Pause, diese auskosten und frei entscheiden, welcher Weg der richtige für mich ist, statt mit emotionaler Mentalität loszuschießen.

» Bewusstsein und Selbstliebe
Ich habe keine einfache Beziehung zu mir selbst. Durch Meditation hat sich diese jedoch sehr gebessert. Ich habe ein viel besseres Bewusstsein entwickelt und schätze mich umso mehr für all die kleinen Dinge. Ich schaffe es mich auf mich zu konzentrieren. Außerdem vergessen wir im Alltag oft auf unsere Intuition oder inneren Elefanten zuhören.

» Zufriedenheit und Glück
Meditation bringt Balance in meinen Alltag, macht mich glücklich und erdet mich, wenn ich nicht weiß, wo ich anfangen soll. Wenn man sich allein auf seine Atmung konzentriert, haben Angst und Stress keinen Platz. Es gibt unzählige Studien, welche zeigen, dass die Fähigkeit, den Atem wahrzunehmen und zu regulieren, der Schlüssel für Stressabbau und Erdung ist. Zudem erhöht Meditation die graue Substanz im rechten Inselcortex des Gehirns und somit die Aktivität im somatosensorischen. In beiden Arealen wird Bewusstsein und Glück gesteuert.

HOW TO START MEDITATION?

Fang langsam an
Die ersten Male können relativ frustrierend sein. Ich habe es nie länger als ein paar Sekunden ausgehalten ohne über die erste Sache nach zu grübeln. Sich anfangs für nur 2 Minuten zu fokussieren, lässt dich dran bleiben.

Genieße
Meditation ist keine Pflichtveranstaltung, sondern sollte dir gut tun. Darum ist es auch wichtig, dass du dir gerne Zeit für dich nimmst. Eine Tasse Tee, eine gemütliche Umgebung und das Fenster für frische Luft öffnen etc. können dabei auch eine angenehme Atmosphäre schaffen.

Fokussiere dich auf deinen Atem
Meditation hilft um Abstand zu seinen Gedanken zu gewinnen. Um das zu tun, ist es der erste Schritt den Fokus woanders hinzulenken. Setz dich für die Meditation an einem ruhigen Ort bequem hin und schließe deine Augen. Konzentriere dich in den erste Zeit nur auf deinen Atem. Manchmal hilft es das Mantra “Lass los” zu nutzen. Dafür bei jedem Einatmen in Gedanken “Lass” und beim Ausatmen “los” sagen. 

Sei sanft mit dir
Deine Gedanken werden wandern und du wirst mit ihnen wandern. Das ist ganz normal. Man kann nichts falsch machen. In der Einfachheit liegt die Kraft. Geh liebevoll mit dir um, wenn du merkst, dass du den Fokus auf deinen Atem verlierst, kehr einfach zurück. Es ist völlig normal, dass es am Anfang schwerfällt und man mit den Gedanken doch wieder bei der Einkaufsliste ist.

Nimm deinen Körper ganz bewusst wahr.
Wie fühlst du dich? Bist du gestresst? Oder genervt? Wie fühlt sich dein Körper an? Wo bist du angespannt? Nimm dich und deinen Körper ganz bewusst wahr, aber bewerte den Zustand nicht.

Werde der Beobachter deiner Gedanken 
Ziel vom Meditieren ist es, zu realisieren, dass du nicht deine Gedanken bist und so auch von ihnen distanzieren kannst. Ich stelle mir beim meditieren immer vor, dass meine Gedanken wie Wolken an mir vorbeiziehen.

Visualisierung und geleitete Meditation
Mir hilft es oft geführte Meditationen durchzugehen, wenn ich an einem Tag besonders viel Unruhe verspüre. Ich nutze hier gern die Apps CALM, 7Mind oder InsightTimer. Wenn man sich etwas mit der Meditation vertraut gemacht hat kann man unterschiedliche Arten auszuprobieren. Abends kann es gut tun bewusst alle Dinge durch, für die ich dankbar ist oder morgens zu visualisieren was man am Tag schaffen möchte.

Die Ironie einer Meditation ist, dass ich manchmal das Gefühl habe, keine Zeit dafür zu finden, weil es Zeit wegnimmt, die ich für andere Dinge auf meiner To-Do-Liste brauche oder für andere Dinge nutzen möchte. Ich musste jedoch lernen, dass wenn ich mir explizit die Zeit für meine Praxis nehme, sich alle anderen Dinge auf meiner Liste wie von selbst erledigen. Ich bin ausgeglichener, stressfreier, selbstbewusster und ganz wichtig konzentrierter nach einer Meditation. Das alleine bewirkt, dass ich besser arbeiten kann und effektiv Zeit bei meinen Aufgaben spare. Es klingt sicherlich etwas banal, aber ich fühle mich ein kleinwenig so, als könnte ich danach die Welt mit Leichtigkeit erobern. Und es muss ja nicht gleich die 90 Minuten Meditation sein, oft reichen 10 – 15 Minuten für ihre positive Wirkung.

Let´s breathe und Namasté.

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