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TRAVELGUIDE | MAROKKO

Marokko – das Land in dem Kamele statt Kühe am Straßenrand in der Mittagssonne stehen. 6 Tage war ich in Marokko unterwegs. Ingesamt haben wir zwei Nächte in Marrakech und die restlichen Tage in Tagahzout an der südwestlichen Küste des Landes verbracht. „Und, wie war Marokko?“, wurde ich in den Tagen immer wieder gefragt. Verständlicherweise. Marokko ist so nah an Europa, aber doch so fern. Und es wurde mir immer gesagt, nicht alleine nach Marokko zu reisen. Schon gar nicht als Frau. Also, wie war Marokko?

Eindrucksvoll, Intensiv, Atemberaubend (leider manchmal auch buchstäblich). 

Es ist ein unglaublich fotogenes Land – ich wollte am Liebsten die Kamera nicht weglegen und jeden Moment festhalten. In den engen Souks, den pittoresken Seitengassen, vor den orang-strahlenden Gebäuden mit orientalischer Ausstrahlung, im Atlasgebirge (in dem es übrigens schneit!), inmitten der traumhaften Wüstenlandschaft und an der golden-strahlenden Küste, an denen sich ein Surfspot an den anderen reiht … 

Marrakech

Übernachtet haben wir im BCK Art Riad $$.
Doch was ist der Unterschied eines Rias und eines Hotels? Finden kann man hier nämlich beides. Ein Riad ist ein traditionell marokkanisches Haus mit Innenhof, während ein Hotel unsere westlich bekannte Unterkunftsart ist. Hotels sind im Vergleich zu Riads weniger kulturell geprägt und global standardisierter. Ich entschied mich daher für ein Riad – diese haben alle einen traditionellen Innenhof mit Pool und Möglichkeiten des gemeinsamen Zeitvertreib wie Feuerstellen, Bücherregale und Sitzmöglichkeiten. Innerhalb des Riads ist es so unheimlich ruhig, dass man vom ganzen Treiben ausserhalb nichts mitbekommt und sich wie in einer kleinen eigenen Welt entführt fühlt.

Die Unterkunft war mega zentral, innerhalb der Medina Marrakechs, gelegen und wir haben die drei Tage alles per Fuß erkunden können. Das Zimmer war sehr hell und unglaublich schön im marokkanischen Stil eingerichtet, wie der Rest des Riads. Ich habe mich sofort wohl und wie bei 1001 Nacht, als kleine Prinzessin gefühlt. Marco der Betreiber des Riads ist regelmäßig im Gebäude unterwegs und gibt sinnvolle Verhaltens- und Sehenswürdigkeit Tipps. Er ist abends auch da und hat sich beim Abendessen mit den Gästen sehr persönlich unterhalten, so habe ich erfahren, dass er eigentlich aus Belgien kommt und vor sechs Jahren nach Marokko gezogen ist. Das Frühstück ist inklusive und der absolute Wahnsinn! Von frisch gepressten Orangensaft, über marokkanische Fladenbrötchen, Paprikaaufstrich, Honig, Joghurt mit Früchten und Rührei bis hin zu frisch traditionellen Minztee gab es alles was das Herz begehrt, ich war begeistert.

What to do?

Wenn man die Unterkunft innerhalb der Medina, dem historischen Stadtzentrum der Stadt, bucht, dann kann man alle interessanten Orte und Sehenswürdigkeiten zu Fuß erkunden, was ich besonders angenehm finde, denn an jeder Ecke findet man einiges Interessantes, was im Taxi schnell ohne Beachtung an einem vorbeiziehen würde.

Le Jardin Secret
Ein absolutes Muss! Durch die engen und überfüllten Gassen der Medina sind die Sinne schnell überreizt – viel Treiben und zu viele Gerüche. Da ist diese von außen kaum sichtbare Kleinoase eine dankbare Pause. Ein traumhaft schöner, liebevoll angelegter Garten, der immer noch nicht ganz fertiggestellt ist. Ich habe hier wunderschöne Bilder gemacht! Ein Traum!

Le Jardin Majorelle
Der Garten Jardin Majorelle wurde 1980 von Yves Saint Laurent und seinem Lebensgefährten Pierre Bergé gekauft und restauriert. Auch dieser Garten ist eine absolut willkommene Oase im Trubel dieser Großstadt und beherbergt Pflanzen aller 5 Kontinente – u.a. riesengroße Kakteen. Die vorherrschenden Farben sind das Majorelle-Blau (eine Art Kobaltblau, sehr intensiv),  Gelb und Orange – insgesamt ein sehr bunt gestaltetes Anwesen. Außerdem ist darin auch das Yves Saint Laurent Museum. Letzteres war mir leider zu wenig aufschlussreich über das Leben des Designers und zu klein, dennoch auch architektonisch eine Augenweide inkl. vieler dankbarer Fotomöglichkeiten.

Souks
Der Souk in Marrakech ist – so sagen manche – der größte Basar Afrikas. Allerdings haben wir gelernt, dass es viele verschiede Märkte gibt und der Souk nur der größte und bekannteste ist. Wobei eigentlich alle Märkte Souks sind und nur der größte so für Touristen genannt wird (marokkanisch für Markt). Wenn man mittendrin ist, kann man sich das auch vorstellen. Durch den Souk führen zahllose enge Gässchen. Ein Labyrinth, in dem man sich leicht verirren kann. Also am besten das Handy mitnehmen, dann fällt die Orientierung ein bisschen leichter (wir hatten eine Offlinekarte von Marrakesch auf das Handy geladen). Auf jeden Fall ist ein Besuch des Souks ein absolutes Muss. Männer in Djellabahs sitzen am Boden und verkaufen marokkanische Handwerkskunst (Korbwaren, Eisenwaren, Stoffe, Teppiche etc), Gewürze, Nüsse, marokkanische Speisen etc. Die Luft ist erfüllt mit guten, aber auch nicht so guten Gerüchen. Es ist ein absolutes Fest der Sinne! Ich hätte gefühlt an jedem zweiten Stand die marokkanischen Stile mitnehmen können. Wenn man etwas kauft, muss man übrigens sehr stark und immer mit einem Lächeln feilschen. Das liegt vielleicht nicht jedem, aber wenn man es nicht tut, zahlt man einen maßlos übertriebenen Preis. Faustregel ist, ca. 50% vom genannten Preis zu zahlen.

Restaurants in Marrakech
Regie Jamaa – ein kleines Café am Straßenrand mit traditionellen marokkanischen Speisen und Tee direkt in der Sonne.

Café des Epices – ein bisschen europäischer, jedoch auch unheimlich lecker und man kann direkt das Treiben auf dem Markt beobachten, was ich sehr mochte. Wir haben gleich zweimal hier gegessen.

Tagahzout

Übernachtet haben wir im Paradise Plage Surf & Yoga $$.
Nach Tagahzout sind wir über Agadir mit dem Bus gefahren. Die Fahrt dauert vom Busbahnhof in Marrakech ca. 3 Stunden und kostet 11,50€/ Person, was ich mehr als preiswert finde. Ab Agadir sind wir dann mit Taxi weiter, da es keine andere Möglichkeit mit Bus oder Bahn gab. Die Fahrt zum Paradis Plage dauert nochmal 35 Min. Angekommen war links und rechts leider nichts, man ist also tatsächlich auf das Hotel angewiesen oder muss wieder eine Weile rausfahren, das ist aber auch der einzige Kritikpunkt, den ich gleich zu Beginn anbringen möchte. Wer hier ist, also am Besten sich ein Mietauto nehmen. Ansonsten ist Das Hotel wahnsinnig schön! Das Zimmer war einfach riesig und wie eine kleine Wohnung inklusive Küche, was, wie ich finde wieder für ein Mietauto spricht, da man dann abends auch mal etwas kostengünstiger kochen könnte. Direkte Strandlage, eine riesige Auswahl am Frühstücksbuffet, zwei Restaurants (davon eins direkt am Strand), ein Outdoorfitnessplatz, ein kleiner Spabereich, ein eigenes Yogastudio (ebenfalls mit Meerblick) und eine eigene Surfschule inkl. Verleih.

Das klingt alles unglaublich groß, war es aber gar nicht – was mir sehr wichtig war, da ich große Hotelanlagen sehr scheue! Ich mag wenn der Charme und die familiäre Stimmung erhalten bleibt und man so ein Gefühl von Land und Leuten bekommt, dieses geht in großen Hotels in der Anonymität schnell verloren. Hier aber war das überhaupt nicht der Fall und die Mitarbeiter haben einen schnell wiedererkannt und mit dir gequatscht wie der Tag war und was du noch vor hast. Und überall Katzen und Welpen, was mein Hundemamiherz natürlich um einiges höher schlagen ließ. Ich kam aus dem schwärmen und kuscheln nicht mehr raus. Möchte es dennoch auch erwähnt haben, denn wer eine Allergie hat kann den Tieren sehr gut aus dem Weg gehen, wer allerdings Angst hat, wird hier sicherlich nicht glücklich. Auch Gäste dürfen ihre Fellnasen nämlich hier einchecken.

What to do?

Ich wollte hauptsächlich zum surfen an die Küste, bzw. war das auch der Hauptgrund wieso Marokko das Ziel geworden ist. Tagahzout gehört zu den besten Surfsports der Welt und es vergeht kaum ein Tag an dem an einer der Surfspots nicht eine gute Welle bezwungen werden kann. Da wir nicht so mobil waren, war ich an die Wellen am Hotelstrand gebunden. Das Hotel bietet nicht nur einen eigenen Verleih an, was das ganze natürlich sehr komfortabel macht, sondern jeden Tag können Lessons am Strand oder außerhalb mit dem eigenen Shuttle gebucht werden. Der Shuttle ist allerdings wirklich nur in der Lesson mit Lehrer inkludiert, wo ich mich wegen meiner bisherigen Stunden in Cornwall und Bali dagegen entschied und lieber direkt Vorort in die Wellen sprang. Das Wasser hat die gleiche Temperatur wie die Luft, weshalb nur ein dünner Wetsuit gebraucht wird, was ich angesicht dessen, das Dezember auf dem Kalenderblatt steht besonders großartig fand. Jede sich noch so gleichmäßig aufbauende Welle habe ich beobachtet und als meine anerkannt. Das Glitzern des brechenden Meereswasser und das Rauschen der Gischt lehrt mich Selbstvertrauen und schenkt mir Sekunden der Ruhe und Schwerelosigkeit. Die goldene Sonne im Nacken und ich konnte mir das entspannte Lächeln nicht verkneifen – ich komme sehr gern zum surfen wieder!

Besonders gut haben mir auch die drei Yogastunden am Tag gefallen, an denen man freiwillig teilnehmen konnte. Zwischen Sunrise-; Mid-; und Sunset Yoga werden je nach Bedürfnis verschiedene Arten des Yoga angeboten. Werden zum Morgen eher energetische Übungen durchgeführt, praktiziert man während der Sunsetlesson eher strechende Yin-Yogaübungen. Ich habe die Sunset Lessons besucht und die Einheit mit Wellenrauschen und Salzgeruch förmlich aufgesaugt. Das war eine besonders schöne und andere Yogaerfahrung. Ansonsten stand hier wirklich lesen, Vitamin D tanken und Kraft tanken auf dem Plan.

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